Ofengemüse mit Topinambur dazu Salsa verde und Aioli

Toole Knolle: Topinambur ist eine süßliche Alternative zur Kartoffel und schmeckt gebacken, gedünstet, püriert, also in jeder Form wirklich herrlich. Aber auch roh könnt ihr sie knabbern. Topinambur schmecken leicht nussig und etwas süß und eigenartigerweise auch rauchig! Entfernt erinnert die gegrillte Knolle an süßlichen Speck. Nein, keine Angst: sie schmeckt wirklich ausgezeichnet! Ihr solltet sie unbedingt probieren, wenn ihr auch so neugierig seid, wie wir.

Das TopinamburGemüse (Helianthus tuberosus) ist eine Sonnenblumenart mit wunderschönen großen gelben Blüten, an deren Wurzeln zahlreiche, oft lustig geformte Knollen wachsen. Andere Bezeichnungen sind unter anderem Jerusalemartischocke, Erd-Sonnenblume oder Ewigkeitskartoffel.

Topinambur stammt aus Nordame­rika, wo die Pflanze von den Indianern als Kulturpflanze genutzt wurde (daher auch der Name Indianerkartof­fel). Heute wird Topinambur zur Schnaps­her­stel­lung oder von Jägern als Wildfutter genutzt. Und heute von uns für unser dreierlei Ofengemüse! Dazu verwenden wir zusätzlich Sellerie, Zwiebeln, Kartoffeln und Kürbis. Alles herrliche Gemüsesorten, die gegrillt im Ofen einfach fantastisch schmecken! Jedes Gemüse haben wir unterschiedlich gewürzt. Einmal mit Koriander, Knoblauch und Kreuzkümmel für den Kürbis, Rosmarin und Pfeffer für den Topinambur und Paprikapulver, Oregano und Chili für die Kartoffeln. Und dann ab in den Ofen für ca 30-40 Minuten bei 220 Grad.

Gekocht schmeckt Topinambur eher wie eine Mischung aus Karot­te und Kartoffel, weshalb sie bei uns zu Hause immer Karfotte genannt wird.

Tipp: Die Schale der Knolle ist essbar, daher könnt ihr sie einfach dranlassen. Dazu die Knolle einfach unter fließend kaltem Wasser mit einer Gemüsebürste von grobem Schmutz befreien.

Zum Gemüse passen wunderbar eine grüne Salsa und eine Knoblauchsauce. In der italienischen Küche gibt es eine Vielzahl von kalten Kräutersaucen, deren bekannteste das Pesto ist. Wir machen aber heute Salsa verde. Bei dieser Variante dürfen neben den Kräutern Kapern und Zitronensaft nicht fehlen. Sehr erfrischend und aromatisch!

Aioli ist eine cremig weiße Mayonnaise Sauce mit Knoblauch und Senf. Unsere Variante kommt aber ohne Ei aus. Nur Olivenöl und Milch. Als Emulgator verwenden wir Senf. Geht ganz schnell und ist sehr würzig!

Hinweis: Topinamburpflanzen verwildern oft, wachsen rasch in die Höhe und bilden ein dichtes Blätterdach, welches die einheimische Flora verdrängt. Daher solltet ihr unbedingt die Ausbreitung durch Wurzelknollen verhindern!

Ein Kommentar zu “Ofengemüse mit Topinambur dazu Salsa verde und Aioli

  1. Topinambur. Eigenartiger Name – da hilft es, im Marzell nachzuschlagen (Handbuch der deutschen Pflanzennamen, ein 5 Bände umfassender Wälzer aus den 1970er-Jahren). Dort ist unter „Helianthus tuberosus, Erdbirne“ zu lesen, dass sich die meisten deutschen Namen auf die essbaren Knollen beziehen und sich zum Teil mit jenen der Kartoffel decken (Erdapfel, Grundbirne etc.). Stammt aus Nordamerika, woher sie 1661 nach England kam und zunächst auch in Deutschland angebaut wurde. Der Name Topinambur ist hingegen eine Entlehnung aus dem Französischen (Taupinambour) und bezeichnet eine Herkunft der Pflanze von einem süd(!)amerikanischen Indigenenstamm, den Tupinambás. – Kam Topinambur also über einen Umweg nach Europa? Oder fällt die Herleitung des Namens in die Rubrik „Stille Post“?
    Bei Wikipedia erfahren wir Näheres: „Überlebende einer Hungersnot unter französischen Auswanderern in Kanada/Nordamerika schickten 1610 einige der unbekannten Knollen, die ihnen das Leben gerettet hatten, nach Europa. […] In Frankreich wurde die „Indianerkartoffel“ nach einem indigenen Volk Brasiliens, den Tupinambá, dessen Vertreter gerade zufällig zu Besuch waren, benannt; daher Topinamb(o)ur.“ Zufällig waren also Brasilianer in Kanada nach einer Hungersnot auf Besuch?
    Um das zu klären, müsste ich wohl in der von Wikipedia genannten Quelle nachlesen. F. Keller, J. Lüthi und K. Röthlisberger: Topinambur. In: 100 Gemüse. Verlag LMZ, Zollikofen, 1986, S. 440, ISBN 3-906679-01-2. Woher krieg ich bloß dieses Buch?
    Na, da schau ich einfach bei Düll & Kutzelnigg nach (Taschenbuch der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder, 8. Auflage 2016, Quelle und Meyer): „Der Name Topinambur stammt von den kanadischen Tupinambus-Indianern“. Perfekt!
    Nur: Bei einer Google-Suche nach Tupinambus-Indianern /Indigenen landest du wieder bei den Tupinambá in Brasilien. In einer Liste von Nordamerikanischen Stämmen gibt es auch keine T(D)up(b)inambus(a) oder ähnlich lautende.
    Es wird wohl so gewesen sein, dass ein französischer Tamburinör während einer lokalen Hungersnot im Jahre 1610 sein Toupet gegessen („Toupetnambour“) und viel später 1661 eine Knolle – in ein anderes Toupet gewickelt – über Kanada und Brasilien nach England geschickt hat. Den Rest der Geschichte überlasse ich eurer Fantasie…

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