Erdäpfel-Verkostung Teil 1

Tolle Knolle: Kartoffeln gibt es in unterschiedlichster Größe, Form, Farbe, Geschmacksintensität, Speckigkeit, Mehligkeit, Schalendicke, Wasserbedürftigkeit, Krankheitsanfälligkeit, Lagerfähigkeit etc.

Die Vielfalt der Kartoffel ist immens. Es gibt weltweit über 5 000 Sorten, aber nur wenige davon landen im Geschäft. Früher hatte jede Region eine spezielle, bestens an das Klima und den Boden angepasste Sorte. Manche waren krumm, andere lila – aber alle haben unterschiedlich geschmeckt und passten zu den regionalen Gerichten.

Linzer Delikatess ist so eine Sorte, die man kaum im Handel findet. Einfach, weil sie eher länglich und krumm sind und sich deshalb schwerer schälen lassen.

Vor drei Monaten haben wir acht verschiedene Sorten Kartoffeln gelegt, sie gehegt und gepflegt, also angehäufelt, und jeden Tag mit ihnen gesprochen. Zuerst sind sie kräftig gewachsen und wurden herrliche Stauden. Aber dann begannen die Blätter gelb zu werden. Lag es an der Trockenheit, an irgendwelchen Krabbelkäfern, Drahtwürmern im Boden? Niemand wusste Rat. Schließlich verwelkten die ganzen Pflanzen von der Sorte 5 und 7. Wir waren verzweifelt. Was hatten wir falsch gemacht?

Um die Ursache genauer zu analysieren, begannen wir die Erde umzugraben. Und siehe da: wunderschöne Erdäpfel kamen zutage! Sie sind zwar nicht besonders groß geworden, aber dafür umso leckerer. Insgesamt fast 14 Kilo von den beiden Sorten Ostara und Linzer Delikatess.

Deshalb gibt es heute den ersten Teil unserer Erdäpfel-Verkostung. Ganz klassisch mit Butter und Salz.

Die Kartoffelsorte Ostara stammt aus den Niederlanden. Die Reifezeit der Sorte ist sehr früh (früher als wir dachten). Der Ertrag ist meist sehr hoch und sie sind robust. Weil sie sehr groß und rund sind, eignen sie sich besonders für Ofenkartoffel und Pommes.

Der Geschmack ist gut, ein wenig mehlig und die Schale ist rau und dick.


Die Linzer Delikatess ist eine frühe Erdäpfelsorte mit länglichen, kipferlförmigen Knollen. Die glatte, feine Schale und das feste Fruchtfleisch dieser mittelgroßen Erdäpfel sind hellgelb. Sie sind festkochend und eignen sich als Beilage oder im Kartoffelsalat. Das Herkunftsland ist, wie der Name vermuten lässt, Österreich. Sie sind nicht anfällig für Krankheiten.

Der Geschmack ist sehr gut, eher speckig. Auch die Schale haben wir mitgegessen, da sie sehr dünn ist.


Jetzt sind wir schon gespannt auf die anderen 6 Sorten! Wird nicht mehr lange dauern.


Das Wort Kartoffel leitet übrigens sich von tartufolo ab, dem italienischen Wort für Trüffel, das wiederum abgeleitet ist von lateinisch terrae tuber(„Erdknolle“).

Der Erdapfel wurde früher wegen seines hohen Vitamin-C-Gehalts die „Zitrone des Nordens“ genannt. Die Kartoffel liefert uns Vegetariern eine gute Eiweißquelle und sie hat außerdem viel Eisen, Magnesium und Kalium. Und: Sie macht absolut nicht dick, nur glücklich!

Tipp: Probiert einfach auch mal verschiedene Sorten. Ganz pur, nur gekocht. Und das am besten im Dampfgarer, da bleibt der Geschmack besonders gut erhalten.

Ein Kommentar zu “Erdäpfel-Verkostung Teil 1

  1. Vor ein paar Jahren probierte ich mehrere Sorten der Glückstrüffeln im eigenen Garten aus. Am besten haben uns die „Kipfler“ geschmeckt, eine festkochende (= „speckige“) Sorte mit leicht nussigem Eigengeschmack. Der Ertrag war bei mir eher gering, auch blieben die Knollen recht klein. Glücklich hat uns auch die „Mehlige Mühlviertler“ gemacht, die nicht nur für Knödelteig, sondern exzellent auch als Beilage für soßige Gerichte taugt. Robust im Anbau und mit Riesenknollen.
    Und heute ess ich überbackenes Fenchelgemüse mit Erdäpfeln. Basta!
    Tipp: Im Kapitel „Vom Salat, der unter der Erde wächst“ verrät die Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger Rezepte rund um den wiener Erdäpfelsalat („Ein Hund kam in die Küche – Kleines Köchelverzeichnis für Männer“, DachsVerlag). Im ihrem Kochbuch „Mit zwei linken Kochlöffeln“ (Verlag J&V) folgen weitere Varianten.

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