Miso-Suppe mit Ramen und Myoga

Miso, Myoga, Ramen… hört sich das für euch spanisch an? Wir hoffen nicht, denn das ist alles japanisch! Wir wollen ja geschmacklich nicht immer nur in Österreich bleiben, sondern wir sind neugierig auf neue Lebensmittel, immer begierig nach unbekannten Aromen und gespannt auf abenteuerliche Geschmacksrichtungen.

Deshalb gibt es heute japanische Nudelsuppe mit leckeren Einlagen wie Räuchertofu, roten Paprika und Frühlingszwiebeln. Und ein weich gekochtes Ei sollte bei Ramen-Suppe auch nicht fehlen.

Tipp: Scharf gebratene Austernseitlinge als knuspriges Topping darüber streuen.

Aber das beste und für unsere Gegend ungewöhnlichste Topping heute ist unser Myoga (japanischer Ingwer), das wir von ganz lieben Freunden geschenkt bekommen haben.


Das, was wir da ausgegraben haben und ihr hier auf den Fotos vom Myoga seht, sind nicht die Wurzeln der Pflanze, sondern das sind die Blüten.
Diese sitzen kurioserweise nicht oben an der Pflanze, sondern kommen direkt aus der Erde. Und die Myoga-Blüten werden in Japan als Delikatesse gehandelt. Zu recht!

Myoga wird im Hochland von Japan angebaut und gedeiht auch bei uns prächtig. Sogar leichte Fröste hält die Pflanze aus. Myoga wird in Japan wie bei uns Schnittlauch oder Petersilie verwendet. Angeblich weckt er die Lebensgeister nach einem harten Arbeitstag und wirkt leicht aphrodisierend.


Miso haben wir für die Suppe verwendet. Das ist eine Gewürzpaste und in der japanischen Küche allgegenwärtig. So ähnlich wie in Indien die Currymischungen, Harissa in Israel, Ajvar in Kroatien und Ketchup in den USA. Miso wird aus Soja, Reis oder Gerste hergestellt und ist unglaublich würzig. So viel Umami (das ist die Geschmacksrichtung ‚fleischig‘ – die fünfte neben süß, salzig, sauer und bitter) sind wir vegetarisch lebenden Bohnenfreunde ja gar nicht gewöhnt ;). Deshalb umso spannender für uns!

PS: In getrockneten Tomaten und Parmesan kommt übrigens auch viel Umami vor.

Die traditionelle Herstellung von Miso braucht Zeit. Soja oder Getreide wird dabei einer Fermentation unterzogen. ‚Fermentiert’ klingt erst einmal verdächtig, aber ähnlich wie bei Joghurt oder Sauerkraut sind auch hier Milchsäurebakterien am Werk. Das Soja oder Getreide kommt dann zusammen mit Salz in Fässer aus Zedernholz und reift darin mindestens ein Jahr, häufig auch deutlich länger. Während der Reifezeit sorgen Milchsäurebakterien dafür, dass die Masse gärt und so ihren typischen Geschmack bekommt. Achtet beim Einkauf auf gute Bio-Qualität und auch darauf, dass keine künstlichen Geschmacksstoffe enthalten sind.


Zum Schluss noch zu den Ramen. Als Ramen werden sowohl die japanischen Nudeln, als auch das ganze Nudel-Gericht bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Suppe mit verschiedenen Einlagen, wie Fleisch, Gemüse oder Fisch und natürlich Ramen-Nudeln.

Dieses einfache, aber sehr abwechslungsreiche Gericht, gehört in Japan zu den wichtigsten Speisen, die bei uns in die Sparte ‚schneller Imbiss’ fallen würden. In ganz Japan geht man von über 200.000 Ramen-Lokalen aus. Super lecker, super gesund!


Zusammengefasst hier noch das Rezept: Als erstes eine kräftige Gemüsesuppe aus Karotten, Sellerie, Zwiebel, Lauch, Salz, Pfefferkörner, Petersilie und Liebstöckel kochen. In die nicht(!) mehr kochende Suppe einige TL Miso einrühren. Ramennudeln in Salzwasser und auch gleich ein paar Eier kochen. Seitlinge braten und beliebige Toppings wie geräucherter Tofu und Frühlingszwiebel klein schneiden. Myoga waschen und in feine Streifen schneiden. Alles in einer Schüssel dekorativ anrichten und heiße Suppe darüber leeren. Und jetzt: genießen!

2 Kommentare zu „Miso-Suppe mit Ramen und Myoga

  1. Heute habe ich meine Myoga (Japanischer Ingwer) geerntet. Ich kultiviere die Pflanzen schon seit einigen Jahren im Gemüsegarten. In der Kürze liegt die Würze, na dann ein knapper Bericht über meine Erfahrungen:

    – Die Pflanzen sind winterhart (Tieflagen in Oberösterreich), die Stängel mit den Blättern sterben im Herbst ab und es überwintern die Wurzelstöcke. Als Winterschutz lasse ich die Stängel auf dem Beet liegen, wenn es mehr als -15°C bekommt schmeiß ich noch einen alten Teppich drauf. Sie vermehren sich über Schösslinge von selbst. Gute Gartenerde ist erwünscht!
    – Allzu trocken mögen sie es nicht. Das bringt die Pflanzen zwar nicht um, aber sie wachsen kaum und der Ertrag ist nicht der Rede wert (2018, 2019).
    – Im heurigen feuchten Jahr 2020 strotzt das Beet nur so vor Wachstum, irgendwie sieht es wie ein niedriger, dichter Maisacker aus. Ende August habe ich nachgesehen: überall kommen aus dem Boden die knubbligen Blütenstände, die ich heute geerntet habe (einfach rausziehen).
    – Das Beet ist über einen Meter breit, aber Blüten bildeten sich nur am sonnigen Rand, ca. 25cm nach innen. Woraus ich schließe, dass das Beet für eine optimale Ernte nicht breiter als 50cm sein sollte.
    – Besser, schon Mitte August mal nachsehen. Denn die dicken Knospen vor der Blüte sind am besten. Blüht Myoga, dann sind zwar die frischen und nur kurz haltbaren Blüten lecker (scharf!), aber die Hüllblätter des Blütenstandes werden trocken. Dann kannst du wenigstens die Hälfte davon wegwerfen.
    – Eine frische Knospe in dünne Scheiben geschnitten schmeckt ausgezeichnet, ein wenig wie eine Mischung aus Ingwer, Küchenzwiebel und ein Hauch Petersilie. Nur wenig scharf (die Blüten schärfer). Passt frisch gut zu Spiegeleiern, Salaten, zu Austernpilzen oder Lachs…
    – Das meiste habe ich heute in Essig eingelegt. Ein Experiment. Bei den meisten Gläsern habe ich unreife Fruchtstände vom Szechuan-Pfeffer beigegeben (Zanthoxylon simulans). Der sehr stachelige Strauch ist bei uns ebenfalls winterhart und er vermehrt sich sogar von selbst aus Samen! Prickelnde Schärfe ähnlich der Para-Kresse. Siehe Gernot Katzers Gewürzseiten http://gernot-katzers-spice-pages.com/germ/

    Von wegen knapper Bericht, sorry 😉

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  2. Noch eine Kleinigkeit: Die Myoga-Pflanzen hatten bei mir noch nie Schädlinge oder Krankheiten. Auch die heurige Schneckenplage ging spurlos an ihnen vorbei.

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