Zu Allerheiligen verschenkt man fluffig-weiche und zucker-süße Striezel. Von Österreich bis Bayern geben die Tauf- oder Firmpaten ihren Patenkindern heute einen Allerheiligenstriezel. Ein schöner Brauch!

Aber auch ein Aberglaube rankt sich um den Striezel: wenn der Germteig heute am Allerheiligen Tag nicht aufgeht, steht der eigene Tod bevor. Da haben wir aber heute Glück gehabt, denn alle 8 Striezel sind wunderbar geworden!

Das Rezept für unseren klassischen Brioche findet ihr hier. Aber dieses Mal haben wir eine neue Flechttechnik verwendet: den 4er Zopf. Aus der angegebenen Masse mit 500g Mehl könnt ihr zwei Brioche herstellen. Dazu die Hälfte des Teiges, nachdem er über Nacht im Kühlschrank aufgegangen ist, durchkneten und 4 gleich lange Stränge mit ca 40 cm formen.


So jetzt wird es spannend. Wir haben uns zwei YouTube Videos zu 4er Zöpfe angesehen, hat aber nichts gebracht, da viel zu kompliziert. Dann haben wir es mit Abbildungen mit nummerierten Strängen versucht. Fehlanzeige, wir kapierten das nicht. Bis wir endlich eine textuelle Beschreibung fanden. Nur zwei kurze Sätze und alles war klar (wir sind halt doch Techniker). Hurra, jetzt klappt es und ist ganz einfach! Also: nicht verzweifeln!
Die oberen Enden der Teigstränge etwas zusammendrücken. Den äußersten rechten Strang 1 aufnehmen, über Strang 2, unter Strang 3 und über Strang 4 legen u.s.w.


Tipp: der Bananenstriezel wird aus dem selben Teig gemacht.
Falls ihr etwas Besonderes für das Sonntagsfrühstück sucht: Einen Brioche, der mit Bananen, Nüssen und Schokolade gefüllt ist, empfehlen wir euch dafür. Eine Banane zerdrücken und mit 3 EL Zucker, 100g geriebene Nüsse und 50g gehackter Schokolade mischen. Eventuell etwas Rum dazugeben, falls die Fülle zu dick ist. Auf den ausgerollten Germteig streichen, zusammenrollen und im Rohr 35 Minuten bei 160 Grad backen.

Welcher Frühstückstyp seid ihr? Ruckzuck und ratzfaz? Oder eher gediegen und aufwändig? Egal, beides passt für unseren Striezel. Den Germteig könnt ihr zum Beispiel schon am Vortag herstellen und im Kühlschrank rasten lassen und erst am nächsten Tag dann den Striezel, klassisch oder mit Bananenfülle, herstellen .
PS: Das Rezept für den süßen Germteig findet ihr auch bei unserem Kärntner Reindling.

In vielen Orten des Weinviertel wird zu Allerheiligen „Striezelpaschen“ gespielt. An den Tischen im Dorfwirtshaus wird um die Striezel gewürfelt. Wer ein Mäxchen würfelt, gewinnt einen Striezel. Na dann, viel Glück!
Allerheiligenstriezel – das Rezept
Allerheiligenstriezel

Zutaten
- 500g Mehl weiß glatt (Dinkel oder Weizen)
- 80g Butter flüssig
- 1/4 Liter Milch
- 1 Ei
- 5 EL Zucker
- 1 Pck Trockengerm
- Vanillezucker
- Abrieb einer Zitrone oder Orange
- Ei zum Bestreichen
- Hagelzucker
Anweisungen
- Butter erwärmen, bis sie flüssig ist.
- Kalte Milch dazuleeren.
- Mit den restlichen Zutaten zum Mehl geben und mit der Küchenmaschine oder mit der Hand gut durchkneten, bis ein kompakter Teig entsteht.
- Teig an einem warmen Ort rasten lassen, bis er auf das Doppelte aufgegangen ist (oder über Nacht im Kühlschrank rasten lassen und am nächsten Tag erst an einem warmen Ort auf das Doppelte aufgehen lassen).
- Den aufgegangenen Germteig kurz durchkneten. Für einen großen Striezel den Teig in vier gleich große Stücke teilen und daraus vier gleich lange Stränge rollen. Für zwei kleinere Striezel den Teig zuerst halbieren und jede Hälfte in vier Stücke teilen.
- Die Stränge zu einem Viererzopf flechten. Den Striezel bzw. die beiden Striezel auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und zugedeckt nochmals etwa 45–60 Minuten aufgehen lassen, bis sie deutlich an Volumen gewonnen haben.
- Mit Ei bestreichen und Hagelzucker darüber streuen.
- Im Rohr ca 35-40 Minuten bei 160 Grad backen.
