Gebackene Mäuse mit Holler-Röster

Die Österreichische Mehlspeisküche birgt viele Köstlichkeiten und Spezialitäten. Es wäre zu schade, wenn diese in Vergessenheit geraten. Deshalb gibt es heute ein Rezept aus dem Kochbuch unserer Oma: Gebackene Mäuse.

Für alle Nicht-Österreicher: Keine Angst, wir bleiben vegetarisch auf unserem Blog. Die Mäuse sind aus Germteig und werden in heißem Öl gebacken.

Gebackene Mäuse zählen zur Wiener Mehlspeisküche. Sie werden das ganze Jahr über gerne als süße Hauptspeise oder auch als Dessert mit Holler- oder Zwetschken-Röster und Vanillesoße gegessen.

Der Holler, auch als Holunder bekannt, beschenkt uns ja gleich zwei Mal im Jahr. Im Frühling mit seinen weißen wunderbar duftenden Blüten (siehe gebackene Hollerblüten) und im Spätsommer mit schwarzvioletten Früchten, aus denen man ein herrliches Fruchtmus kochen kann.

Beim Holler scheiden sich ja die Geschmäcker: die einen lieben die schwarzen Beeren, die anderen brauchen sie nicht unbedingt. Das Wildobst hat einen einzigartigen, herb-aromatisch-fruchtigen Geschmack und stärkt darüber hinaus auch noch unsere Abwehrkräfte. Die ‚Apotheke des Bauern‚ ist heute noch ein beliebtes Mittel gegen Infekte und Grippe.

  • Holunderbeeren können ab September gesammelt werden. Reife Beeren sind dunkel schwarz, unreife grüne Beeren aussortieren.
  • Beeren abzupfen und roh tiefkühlen. So habt ihr den ganzen Winter über einen Vorrat.
  • Entweder vorsichtig mit der Hand von den Stielen zupfen, oder mit einer Gabel abrebeln. Zieht besser Handschuhe an, denn Holler ist ein exzellentes Färbemittel.
  • Holunderbeeren lieber nicht nicht roh essen. Sie enthalten das Pflanzengift Sambunigrin, das in grösseren Mengen zu Übelkeit und Erbrechen führen kann. Durch Erhitzen wird das Gift aber abgebaut.

Magischer Holler, der Baum des Lebens: Bei den Kelten galt der Holunder als heiliger Baum. Er verkörperte die Unendlichkeit des Lebens: Im Winter war der Baum „tot“ – im Frühjahr erwachte er zu neuem Leben. Frau Holle, die im Hollerbusch lebte, war (vor den Gebrüdern Grimm) einst eine Baumgöttin, die Schnee zaubern konnte (die herabfallenden weißen Blütenblätter).

Tipp: Aus dem Germ-Teig 2 oder 3 lange Stangen formen und dann in gleich große Stücke schneiden. Teigstücke auf einer unbemehlten Arbeitsfläche zu Kugeln „schleifen“: Teigstücke mit kräftigem Druck zu Kegeln formen und an einem Ende ein dünnes Maus-Schwanzerl zupfen. In einer tiefen Pfanne oder einem Topf das Öl erhitzen auf ca. 160 Grad. Nicht zu heiß, denn sonst sind die Mäuse außen braun und innen noch roh. Und nehmt lieber einen kleinen Topf und backt immer nur ganz wenig Mäuse auf einmal, denn das spart Fett. (Danach das Öl nicht wegleeren, sondern in ein Abfallsammelzentrum bringen!)

Die Mäuse sollen goldbraun werden. Aus dem Fett herausheben und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Gebackene Mäuse anzuckern und mit Holler servieren.

Gebackene Mäuse mit Holler-Röster


Die Österreichische Mehlspeisküche birgt viele Köstlichkeiten und Spezialitäten. Gebackene Mäuse mit Holler-Röster gehören dazu.

Zutaten

    Hollerröster
  • 500g Holunderbeeren
  • 200ml Wasser
  • 5-6 Zwetschken
  • 100g Zucker (mehr oder weniger, je nach Belieben)
  • Zitronensaft
  • Nelken und Zimtstange
  • Mäuse
  • 500g Mehl weiß glatt (Dinkel oder Weizen)
  • 80g Butter flüssig
  • 1/4 Liter Milch
  • 1 Ei
  • 5 EL Zucker
  • 1 Pck Trockengerm
  • Vanillezucker
  • Abrieb einer Zitrone oder Orange
  • Öl zum Backen

Anweisungen

  1. Für den Röster die Hollerbeeren in einem Sieb waschen und abrebeln (entstielen). Tipp: Handschuhe verwenden.
  2. Zwetschken entkernen und in Stücke schneiden.
  3. Alle Zutaten in einem Topf zum Kochen bringen und 30 Minuten lang köcheln lassen. Immer wieder umrühren, denn Holler kocht leicht über. Am Ende der Kochzeit Zimtstange und Nelken entfernen.
  4. Für die gebackenen Mäuse die Butter erwärmen, bis sie flüssig ist und die kalte Milch dazuleeren. Mit den restlichen Zutaten zum Mehl geben und mit der Küchenmaschine oder mit der Hand gut durchkneten, bis ein kompakter Teig entsteht.
  5. Teig an einem warmen Ort rasten lassen, bis er auf das Doppelte aufgegangen ist.
  6. Eine dünne Rolle aus dem Teig ausrollen, in Stücke schneiden und jeweils zu einer ‚Maus mit Schwänzchen‘ formen.
  7. Im heißen Öl portionsweise herausbacken und gut abtropfen lassen. Noch heiß mit Staubzucker bestreuen und mit Holler-Röster servieren.

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