Ausgezogener Apfelstrudel mit Zwetschken

Eine alte Bauernregel besagt, dass nur verliebte Köchinnen einen guten Strudelteig hinbekommen. Der Teig muss so dünn sein, dass der Liebesbrief darunter noch deutlich zu lesen ist. Na dann, wollen wir es auch versuchen.

Den besten Apfelstrudel der Welt hat aber unsere Oma gemacht. Klar! So wie alle Großmütter das nunmal können. Unsere hat zum Strudel immer Zwetschken dazugeben. Dadurch wurde er gleich doppelt so saftig und dreimal so lecker. Und ein Becher Schlagobers durfte auch nicht fehlen. Der ausgetretene Saft der Äpfel mit den weich gekochten Zwetschken und dem Obers ergeben einen wunderbaren Saft, der hervorragenden zum knusprigen Apfelstrudel passt. Die äußeren Schichten des Strudels müssen hauchdünn sein und knacken, wenn man hinein beißt. Der untere Teil ist weich und saftig durch die Zwetschken-Obers-Sauce. Ein Gedicht!

Die Kunst der Zubereitung besteht im guten Verkneten der Zutaten und vor allem im Ausziehen des Teigs. Lasst uns beginnen.

Für den Teig müsst ihr Wasser, Öl, Essig und Salz in einer großen Rührschüssel vermengen. Mehl zugeben. Zuerst mit dem Löffel, später mit den Händen gut durchkneten.

Teig in eine Schüssel geben und dünn mit Öl bestreichen. Mindestens 1 Stunde bei Raumtemperatur rasten lassen. Mit einem Nudelholz auf einem leicht bemehlten Tuch (wir haben ein altes Tischtuch verwendet) ausrollen. Anschließend Teig mit den Händen ganz dünn ausziehen.

Auf das ausgezogene Teigblatt wird zerlassene Butter vorsichtig gepinselt oder getupft (der dünne Teig reißt leicht). Die Hälfte der Fläche wird mit der Fülle (in Butter geröstete Brösel, fein geschnittene Äpfel, Zimt und Zucker) dicht belegt. Mithilfe des Tuches lässt sich der Strudel gut zusammenrollen und auf das Backblech geben.

Tipp: nur die Hälfte mit Fülle belegen. Dadurch ergibt sich, dass die Fülle in mehr als eine Lage Teig gewickelt ist und der Teig samt schwerer sperriger Fülle nicht nachträglich reißt. Außerdem bleibt die äußerste Schicht knusprig.

Tipp: Gründliches Kneten ist wichtig. Nur dann lässt er sich so dünn ausziehen. Und unbedingt glattes Mehl verwenden, denn dieses enthält genug Gluten. Der Teig sollte feucht, aber nicht klebrig sein.

Tipp: nicht gleich das ganze Mehl verwenden, sondern 1-2 Esslöffel weggeben. Ist der Teig zu klebrig, kann bei Bedarf noch das restliche Mehl eingearbeitet werden. Umgekehrt, Wasser nachträglich hinzufügen, klappt nicht so gut.

Tipp: Zwetschken aufs Blech dazulegen. Und 10 Minuten vor dem Fertigbacken einen Becher Obers dazuleeren. Gibt einen wunderbaren Saft und der Strudel ist unten ganz weich und saftig, oben dafür herrlich knusprig. So haben wir es von unserer Oma gelernt. Ein Traum!

Und der Apfelstrudel wird natürlich, wie überall in unserer Region, gleich warm aus dem Ofen verzehrt.

Mjam, das ganze Haus riecht nach Äpfel, Butter und Zimt. Und ein wenig nach Oma.

2 Kommentare zu „Ausgezogener Apfelstrudel mit Zwetschken

  1. Gute Omas riechen an der Wange nach reifen Zwepfeln, den Früchten des Zwepfelbaumes. Dieser Duft ist so ähnlich wie in gehonigter Butter geschmorte Bananenscheiben. Zum Reinbeißen! 😉

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: