Sauerteigbrot mit Sniif

Heute wird es spannend! Nach einer Woche ist Sniif nun endlich bereit. Seit Tagen beobachten, füttern und pflegen wir ihn. Am Anfang war er noch hübsch anzusehen und duftete auch wunderbar. Mit der Zeit begann er aber zu blubbern und ganz schön fies zu stinken.

Wir haben ihn aber trotzdem behalten und das Ergebnis ist nun würzig herzhaft säuerlich duftend.

Ihr fragt, wer Sniif ist? Unser Anstellgut!

Sauerteig selber ansetzen ist denkbar einfach. Man benötigt Mehl, Wasser und etwas Geduld. In wenigen Tagen entwickelt er Leben und das ist der Grund, warum man dem Anstellgut einen Namen gibt.

Bei uns heißt er eben Sniif.

Jeder Sniif, Steve, Sepp oder wie auch immer er heißt, ist anders. Er erzeugt einen eigenen charakteristischen Geschmack, er gibt dem Brot Aroma, Haltbarkeit und Konsistenz.

Die Seele des Brotes sozusagen.

Als erstes wird also der Sauerteig angesetzt. Nach einer Woche erstellt ihr daraus den Vorteig und lasst ihn 3 Stunden gehen (oder auch noch länger, bis zu 14 Stunden, denn dadurch bekommt er noch mehr Geschmack). Dann kommt der Hauptteig, der zumindest eine Stunde (besser zwei oder drei) gehen muss und schließlich knetet ihr daraus den Brotteig. Das Salz, ca einen Esslöffel, erst zum Hauptteig geben. Der Hauptteig darf jetzt schon im Gärkorb rasten, damit das Brot eine hübsche Form bekommt.

Das Backrohr inklusive Blech oder Pizzastein auf eine Temperatur von 250° vorheizen. Eine hitzebeständige Schüssel mit Wasser auf den Boden des Backofens stellen. Das Brot auf den heißen Stein/ auf das heiße Blech kippen und die Tür schnell schließen. Nach 12 Minuten die Tür des Backofens weit öffnen, damit der Dampf entweichen kann und die Wasserschüssel entfernen. Temperatur auf 180° reduzieren und eine Stunde backen.

Ich verspreche euch, spätestens wenn ihr den Backofen öffnet, zum ersten Mal euer selbstgebackenes Brot riecht und dann durch die knusprige Kruste schneidet, werdet ihr wissen, dass sich der Aufwand gelohnt hat.

Noch lauwarm mit einem Hauch Butter belegen und eine Prise Fleur de Sel darüber streuen und ihr seid im siebten Himmel. Ok, zugegeben, klingt ein wenig kitschig, aber wir sind brotsüchtig!

Weitere Infos zu unseren Broten mit Sauerteig findet ihr hier, oder besucht unsere Beiträge über unser rustikales Bauernbrot, unser würziges Bierbrot, unseren Vinschgerl, Kümmelweckerl, Kräuterbaguette u.v.m.

Einfaches Sauerteigbrot

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Ein einfaches Rezept, das sicher gelingt. Mit Sauerteig und etwas Hefe, halb Roggen und halb Weizen-Mehl.

Zutaten

    Vorteig:
  • 100g Sauerteig
  • 420g Roggen-Vollkornmehl
  • 450ml warmes Wasser
  • Hauptteig
  • 450g glattes Weizen-Mehl
  • 220-280ml Wasser
  • ev. 1/2 Pck Trockengerm und 1 TL Zucker, falls der Sauerteig noch sehr schwach ist
  • 2 EL Brotgewürz aus Kümmel, Anis, Fenchel, Koriander
  • 1,5 EL Salz

Anweisungen

  1. 100g aktivierten Sauerteig mit dem Roggen-Vollkornmehl und dem warmen Wasser zu einem Vorteig vermischen und zumindest 3 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen (auch länger, z.B. über Nacht möglich).
  2. Dann den Vorteig mit Weizenmehl, Gewürzen, dem Trockengerm und Wasser zum Hauptteig verkneten. Nochmal zumindest 1 Stunde in der warmen Küche stehen lassen.
  3. Nochmal den Teig durchkneten und jetzt in ein Gärkörbchen oder in eine Schüssel, die mit einem bemehlten Geschirrtuch ausgelegt ist, geben.
  4. Wieder eine Stunde gehen lassen. Rohr auf 250 Grad mitsamt dem Backblech vorheizen. Brot einschießen und eine halbe Tasse Wasser auf den Rohrboden schütten. 13 Minuten backen. Dann die Ofentüre kurz öffnen und die Temperatur auf 180 Grad zurückdrehen. 1 Stunde fertig backen. Aus dem Rohr nehmen und zumindest eine Stunde mit dem Anschneiden warten (das Brot bäckt nach).

4 Kommentare zu „Sauerteigbrot mit Sniif

  1. Liebe Beans, herzlichen Dank für den Sniif-Tipp! Damit mag es gelingen, auch ohne Trockengerm Brot zu backen. Zurzeit bekommt man ja nach dem Klopapier-Engpass kaum Germ in den Geschäften. Fleur de Sel ersetze ich einfach durch leckeres Kürbiskernpesto (siehe den Beans-Beitrag) mit daraufgeraspelter Buddhas-Hand-Zitrone vom eigenen Bäumchen. 🙂

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